Geschichten aus Leba und Umgebung

Das Fischerdorf Klucken.    von Hans Lietz, Los Angelos (USA)
Unsere erste Leba-Reise 1994 führte uns auch nach Klucken (Kluki), dem Geburtsort meiner Mutter Frieda Lietz, geb. Kluck. Da ich seit 1957 in Kalifornien lebe, hatte ich nicht die geringste Ahnung, was uns überhaupt erwartet. Ich kannte Klucken nur durch das Erzählen meiner Mutter. Auch fertigte ich vor vielen Jahren eine Skizze von Haus, Nebengebäuden und Lage an. Opa Kluck verkaufte nach dem Tode seiner Frau das Anwesen und zog nach Tauenzin. Das war im Jahr 1914. Mutter erzählte oft wie sie mit Pferd und Wagen den Waldweg über Giesebitz nach Lebafelde befuhren. Um den Umweg Richtung Lauenburg und über Schmolsin zu ersparen, benutzten wir nach gewohnter amerikanischer Wild-West Methode den gleichen Waldweg. Natürlich 80 Jahre später, ohne Pferdewagen, aber mit VW Jetta. Irgendwann blieben wir dann im weichen Sand stecken. Wir verloren zwei Stunden. Hinter Giesebitz führte unser Weg durch ein Sumpfgebiet. Wir drehten um und entschieden uns für eine befestigte Straße. Recht spät erreichten wir Klucken. Langsam ging es die einzige Hauptstraße entlang, bis zum Ende und wieder zurück. Der Beschreibung nach musste es also das Haus gegenüber vom Parkplatz sein. Ein Hinweisschild in verschiedenen Sprachen macht den Besucher darauf aufmerksam, dass man sich in einem Slowinzischen Museumsdorf befindet, wo bis 1945 etwa 550 kaschubische Einwohner lebten.
Die Sache war für mich natürlich sehr interessant. War ich doch 1986 in Salt Lake City in der Mormon Library und habe den Namen Kluck und Klick zurückverfolgt bis 1698. Die erste Ausführung war Klikker, dann gab es im Laufe der Zeit etwa fünf bis sechs Varianten bis zum jetzigen Namen. Im Jahre 1701 wurde Klucken wie Klekken geschrieben. Andere Namen in Klucken waren Reimann und Pollex. Es wäre interessant den Ursprung dieser Namen herauszufinden.
Wenige Jahre später besuchten wir Klucken wieder mit Bruder Manfred Lietz und Cousine Gerda Landgraf, geb. Mionske. Wir hatten mehr Zeit, die Museen waren geöffnet, und es war natürlich hochinteressant. Ich kann jedem Urlauber, der nach Hinterpommern reist, einen Besuch in Klucken empfehlen.

Theodor Fontanes „Effi Briest" und Leba.  Reiner Hasse

Die nun schon fünfte Verfilmung von „Effi Briest" nach dem gleichnamigen Roman von Theodor Fontane war Anfang des Jahres unter der Regie von Hermine Huntgeburth und mit Julia Jentsch in der Hauptrolle in Deutschen Kinos zu sehen: Die mit dem viel älteren Baron von Instetten verheiratete Effi lebt unglücklich in dem kleinen Ostseeort Kessin und verliebt sich bald in den charmanten Liebhaber Major Crampas. Ihr Mann bemerkt dieses Fehlverhalten erst viel später und tötet den Geliebten im Duell. Gebannt schaute ich auf die große Leinwand des Kinos, als ich unerwartet das Lebaer Kurhaus in Großaufnahme erkannte und das Strandleben mit den Badegästen in Kostümen und Kleidung aus der damaligen Zeit erblickte. Verbrachte ich doch als Kind genau an dieser Stelle des schönen Ostseestrandes bis 1944 unvergessliche Tage im Sommer. Wie ich später erfuhr, wurden fast alle Aufnahmen zu diesem Film an dem Strand und in Dünen des Naturschutzgebietes von Leba gedreht. Das Bild vom Kurhaus mit dem Strandleben aus dem Film „Effi Briest" darf hier dankenswerterweise mit der Erlaubnis der Constantin Film AG gezeigt werden.

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