13. Busreise    -  Ein Wiedersehen mit Leba und Meer 

Es sollen die alten Wege gegangen werden, so auch Anfang Juni, als sich 100 Personen auf den Weg machten; alle mit dem gleichen Ziel:

Leba, die kleine Stadt am Ostseestrand, um alte Dörfer, weite Felder, Allen und Wälder, die Ostsee und der hohe Himmel Pommerns wiederzufinden und Neues zu entdecken.

Gerhardt Gnadt aus Quickborn schrieb dazu bereits vor vielen Jahren auf einer der ersten Reisen dieses einfühlsame Gedicht:

Sehnsucht

Dort, wo die Wellen rauschen und wo die Möwen schrei’n,
wo der Strand unendlich, dort war ich einst daheim.
Verlassen musste ich dich, als ich ein Kind noch war.
Inzwischen sind vergangen so viele, viel Jahr‘.
In meinem Herzen blieb die Erinnerung an dich.
Doch vergessen, vergessen konnte ich dich nicht.
Du bleibst mir das Liebste, dass ich auf Erden fand‘.
Du, meine geliebte Heimat, mein schönes Pommernsland! 

Diesmal kamen die Teilnehmer nicht nur aus Stadt und Gemeinde Leba, sondern ihre familiären Wurzeln liegen in vielen verschiedenen Ortschaften des Kreises Lauenburg.

Die beiden Reisebusse folgten der üblichen Fahrtroute über Gollnow, Naugard, Köslin, Schlawe, Stolp bis Lauenburg. Von hier sind es nur noch 30 Kilometer bis Leba. Die Verbreiterung der Kreisstraße 214 mit gleichzeitigem Bau des Radweges zwischen Belgard und Leba hat begonnen und ließ den mit der Landschaft vertrauten den Atem stocken, die schönen alten Alleebäume mußten dem Straßenbaum weichen!

Leba hieß die Gruppe mit Sonnenschein willkommen und die Fahrt vom Verteilerkreis am Stadteingang Richtung Rumbke, vorbei am Bahnhof über die Hindenburgstraße, Mühlenbrücke und Auf der Münde, das ehemalige Kino links liegenlassend auf die Seestraße und mit einem kurzen Blick zum Kurhaus ließ erkennen, daß viel gebaut und saniert wurde, der Touristenstrom sich noch in Grenzen hielt. Dies sollte sich erst zum verlängerten Wochenende über Fronleichnam ändern. Die Budenvorbauten in der Fußgängerzone und der Seestraße sind verschwunden und verboten, so das sich ein sehr schönes Straßen- und Häuserbild bot.

Nach einem ersten Willkommen im Hotel und Zimmerbezug blieb noch Zeit für einen ersten Spaziergang zur Ostsee und zum Schloß am Meer, bevor Lebas Stadtspitze Bürgermeister A. Strzechminski undStadtratsvorsitzender Stasiak sowie die Hoteldirektorin den Bund der Lebaer offiziell begrüßten. Stellvertretend für den Vorstand und der Reisegruppe dankte Claudia Fredrich, Organisatorin der Reise, den jetzigen Lebianern für den herzlichen Empfang und die Gastfreundschaft der ehemaligen Lebianern: die Liebe zur Heimat, zu Leba und den umliegenden Dörfer läßt die meisten von uns auch nach 72 Jahre nicht los, andere entdeckten erst die Liebe zur Heimat der Eltern und Großeltern, eines ist aber gleich: es zieht uns immer wieder hierin. Ein Band der Freundschaft und gegenseitigen Wertschätzung verbindet heute die ehemaligen und jetzigen Bewohner Lebas und dieses Band soll mit jedem Besuch weiter geflochten werden, damit unsere Nachfahren in Frieden und Freundschaft miteinander leben können. Wenn sich am 08. Juli dieses Jahres die Stadtgründung Lebas zum 660. Male jährt, blicken wir natürlich auch zurück auf eine viele Jahrzehnte, die mit unserer Vertreibung in den Jahren 1945- 47 endete. Aber auch auf die entstandenen Bänder der Freundschaft, des Respekts und des Miteinander in den vergangenen 25 Jahren. So wurde unser Leitwort „Leba, das verbindet uns, solange wir leben“ , für Deutsche und Polen zu einem Auftrag - den wir bis heute und in Zukunft mit Leben erfüllen. 

Es sollen die alten Wege gegangen werden solange sie nicht zugewachsen sind. Diesen Satz von einem unbekannten Verfasser habe ich vor einigen Wochen gelesen und finde diese Worte für unsere Reise sehr passend. Die Wege unserer familiären Vergangenheit, zu den Wurzeln unseres Lebens dürfen nicht zuwachsen und die alten Wegen müssen von einer Generation zur Nächsten weitergegeben werden. Die Erlebnisgeneration muß als Brückenbauer uns, der jüngeren Generation, diese Wege zeigen und mit uns gehen. Bitte tut dies in den Tagen unseres Aufenthaltes hier in Leba.

Der erste Tag des Aufenthaltes in der alten Heimat war den Besuchen in den Heimatdörfern vorbehalten. In diesem Jahr war es besonders vielen Ehemaligen möglich ihr Elternhaus zum ersten Mal zu betreten. Dies ist nicht selbstverständlich, wir wissen dieses Entgegenkommen der jetzigen Bewohnern sehr zu schätzen und danken von Herzen dafür.

Das Interesse daran, wie ein Haus, ein Geschäft zu deutscher Zeit ausgesehen hat und ob es für die Sanierung/ Renovierung noch alte Pläne und Vorbilder gibt, läßt die heutigen Besitzer immer wieder den Kontakt mit dem Bund der Lebaer suchen: So traf die sich Claudia Fredrich im März mit den jetzigen Besitzerin der ehemaligen Backstube Poschmann, um sich den begonnenen Umbau anzusehen. Sie haben von dem ehemaligen Anwesen Poschmann nur den hinteren Teil- an der Marktstraße und Fischereigasse gelegen - gekauft. Teile der Backstube sind noch vorhanden, allerdings war zu dem Zeitpunkt schwer vorstellbar, daß bis Juni hier ein kleines nostalgisches Cafe entstehen sollte. Im Hof wurde bei Pflasterarbeiten ein Fischbecken und ein Schienenstrang gefunden, der zum Hafen führte. Der heutige Innenhof liegt auf dem Grundstück der damaligen Räucherei Wilhelm Schoth. Wie so oft, blieb der Organisatorin dann keine Zeit für den Kaffee im Nostalgiecafe, aber er soll nachgeholt werden.

Der neue Eigentümer der Conditorei Otto Hübner in der Hindenburgstraße hatte im Frühjahr Kontakt zum BdLaufgenommen, um zu erfahren, wie das Haus einst ausgesehen hat, da er es nach alten Vorbildern sanieren läßt. Die mitgereiste Familie Hübner war eingeladen, sich Haus und Hof von innen anzusehen. Familie Hübner war sehr gespannt darauf, endlich das Haus ihres Onkel von innen zu sehen. Leider vergaß der neue Besitzer den Schlüssel beim Baustellenleiter abzuholen, sodass nur Einblicke durch die Scheiben blieben und das Äußere in Augenschein genommen werden konnten. Aber der erste Kontakt zwischen ehemaligen und jetzigen Besitzern ist hergestellt, er wurde in einem langen Gespräch vertieft.   

Familie Dudszus - die Geschwister Karl- Heinz, Christa und Margret, konnten nach vielen Jahren erstmals gemeinsam ihr Elternhaus in Charbrow besuchen und trafen sich anschließend noch mit dem ersten Besitzer nach 1947. Der Nachmittag endete nach einer gemütlichen Kaffeestunde im ehemaligen Elternhaus mit einem Rundgang durch Charbrow, Karlshof, Heide und einer Schlußeinkehr beim Förster von Heide. Christa, geborene Dudszus konnte dann am Mittwoch während unserer Rundfahrt durch den Kreis Lauenburg noch ihre Taufkirche und das Taufbecken in der barock ausgestatteten Kirche zu Charbrow in Augenschein nehmen. Gewiss besondere Momente für sie und die gesamte Familie.

Die „Lebafelder“ fuhren gemeinsam in „ihr Dorf“ und versammelten sich zunächst am Grab von Lehrer Bock, dem zentralen Punkt des Friedhofes, und gedachten der Angehörigen. Der Friedhof war in sehr gutem, gepflegten Zustand, diese Aufgabe hat die Gemeinde Vietzig, zu deren Gemeindegebiet der Friedhof und der Ort Lebafelde gehört, seit März diesen Jahres übernommen, nachdem die Feuerwehr Leba aus vielerlei Gründen die Pflege nicht mehr gewährleisten konnte. Unser Dank gilt ganz besonders Jurek Radlowski, Mitarbeiter der Gemeinde Vietzig und Einwohner von Lebafelde, der unserem Wunsch, die Pflege von der Gemeinde durchführen zu lassen, sofort zugestimmt hat. Bei der Wieder-herstellung des Friedhofes 2007 stand er uns schon als Pate zur Seite. Neugepflastert wurde der Weg rund um die Kapelle, veranlaßt von Probst Mariusz Legieżyński, ausgeführt auch durch Mitarbeiter der Gemeinde Vietzig.

Gemeinsam startete man einen Rundgang durch das Dorf, Gerhard Dehn und Karl Petraschke beeindruckten mit ihren Erinnerungen an Bewohner und Begebenheiten und ließen so manches Vergangene wieder aufleben. Die Stunden in Lebafelde klingen mit Kaffee und Kuchen am Lebasee aus.   

Ruth Lerche, Mitglied im Bund der Lebaer, besuchte mit ihrem Mann ihren Geburtsort Speck und brachte folgende Neuigkeiten mit: Elfriede Włodarczyk geb. Schimanke ist verstorben, sie war eine der letzten Deutschen Bewohner in Speck, ihr Sohn Josef Włodarczyk pflegte bisher mit dem Sohn des dortigen Försters den alten deutschen Friedhof. Zuletzt besuchte Ruth Lerche sie im Sommer 2016. Leider war der Friedhof jetzt Anfang Juni ein wenig sich selbst überlassen. Warum die weiteren Arbeiten nicht durchgeführt worden sind, läßt sich noch nicht sagen, die Nachricht des Slowinski- Nationalpark, der die Arbeiten überwacht, steht noch aus. Ruth Lerche berichtete, daß alles sehr verändert wäre: die Scheune ihres Elternhauses sei heute Garage, der Stall Wohnung. Einen Zugang zum Lebasee, wie früher, gibt es nicht mehr.

„Straßen im Wandel der Zeit“ unter diesem Titel hatte Beata Czaja, Direktorin der Bibliothek, eine interessante Ausstellung über die Neuhofener-, See-, Markt-, Speicher- und Jahnstraße

in Leba zusammengetragen. In einer Diashow wurden alte Fotos aus deutscher Zeit den heutigen gegenübergestellt. Die Wände des Ausstellungsraumes präsentierten uns weitere großformatige Fotos im Wandel der Zeit. Die sehr unterschiedliche und vielfältige Auswahl an Fotos zog viele Besucher an, Polen ebenso wie Deutsche. Bei einem Glas Sekt oder Orangensaft hatte man im Anschluß an die Diapräsentation Zeit, sich in aller Ruhe umzuschauen und Erinnerungen an die Turnhalle in der Jahnstraße, die ab 1929 „Jahn-Halle“ hieß, an die wunderschönen alten Kachelöfen der Familie Zielke in der Seestraße oder Familie Ziemert in der Neuhofener Straße auszutauschen.

Es wurde sich erinnert, daß Anfang der 1930 Jahre bereits 10 Familien in der Seestraße Zimmer an Badegäste vermieteten, im Kaffee Waldfrieden/ Fox die Übernachtung mit Vollpension 5.-- RM 1939 kostete und es über 12 Gästebetten verfügte, die Speicherstraße ihren Namen der Zwischenlagerung von Salz in großen Speichern verdankt. 

Das Sammeln, Bewahren und Ausstellen unseres kulturellen Erbes, die Erhaltung und Weitergabe unserer pommerschen, lebschen Geschichte ist heute wichtiger denn je. Nur so können wir erreichen, dass die ehemaligen Bewohner in Leba nicht vergessen werden. Für die „Ehemaligen und Alteigentümer“ haben die Straßen und Häuser auch heute eine große Bedeutung, sie verfolgen mit großem Interesse die Veränderungen an Haus und Straße. Aber auch hier gilt: Leba, das verbindet uns. An dieser Stelle gilt der Dank Beata Czaja und ihrem Team für die geleistete Arbeit und gute Zusammenarbeit mit dem Bund der Lebaer.

Die Tagesausflüge führten nach Danzig und Sopot, nach Bütow und in die Kaschubei und per Zug und Bus kreuz und quer durch den Kreis Lauenburg.

Zunächst wurde in Bütow die sehr gut restaurierte Burg, die im 14. Jahrhundert entstand und heute das Westkaschubische Museum beherbergt und den Turm der Katharinenkirche, der ein weiterer Teil des Museums ist, besichtigt. Durch schöne Alleen mit herrlichen Ausblicken auf die Seenlandschaft ging es dann Richtung Chmielno in die kaschubische Schweiz. Zu Mittagspause erwartete die Gruppe ein Picknick am „Goldenen Berg“, einem der schönsten Aussichtspunkten des Kaschuben-Landes. Nach einer Stärkung mit Schmalzbroten und Salzgurken, besichtigte man die Keramikwerkstatt

Necel, die traditionelles Töpferhandwerk bereits in der 7. Generation herstellt.

Ein Besuch in der alten Heimat ist für die Lebianer immer eine Zeit des gegenseitigen Austausches:  Die ehemalige Bürgermeisterin Halina Klinska freute sich während eines gemeinsamen Abendessens viele bekannte Gesichter begrüßen zu dürfen und bat darum, all denen, die diesmal nicht dabeisein konnten, ihre herzlichsten Grüße auszurichten. Die freiwillige Feuerwehr Leba lud Mitglieder, mit denen sie eng verbunden ist, zum gemeinsamen Grillen ein.

 Die Erinnerung fährt mit – dieser Gedanke ging der Organisatorin durch den Kopf, als sie in so manches Gesicht der Mitreisenden schaute, die am Bahnhof Leba vom Bus in den Zug umstiegen. Für viele von ihnen begann hier am Bahnhof Leba in der Zeit zwischen 1946 und 1947 die Vertreibung. In einem Sonderzug befuhr man die Strecke Leba - Lauenburg mit Halt an jedem Bahnhof: Fichthof, Adl. Freest/ Freist, Landechow, Garzigar, Neuen Dorf, Neue Welt bis der Zug dann nach mehr als 2 Stunden in den Bahnhof Lauenburg einfuhr. Während der Fahrt wichen sehr schnell die dunklen Erinnerungen und man kam schnell ins Erzählen: welcher Bahnhof der „Heimatbahnhof“ gewesen war, so stiegen die Lebafelder in Fichthof in den Zug, wenn man ihn früher dann mal nahm. Oder die Bewohner von Gans in Landechow. Und das man meist nur bis Neue Welt fuhr und nicht bis Lauenburg, um Fahrgeld zu sparen, die letzte Station lief man zu fuß.

Nach einer Stadtrundfahrt in Lauenburg ging die Fahrt über Kopfsteinpflaster-Straßen, durch tiefgrüne Alleen und verschlafenen Dörfern - vorbei am größten Pumpenspeicherkraftwerk Polens -zum Zisterzienserkloster Zarnowitz. Vor den Mauern des heutigen von Benediktinerinnen geführten Klosters, gab es eine kleine Kaffeestunde: Erdbeertörtchen, sie hatten die holperige Fahrt im Kofferraum der Busse gut überstanden, und Kaffee waren im Nu durch Busfahrer, Organisatorin und fleißige Helfer, wie bereits das Picknick am Vortag, bereitgestellt. Im Anschluß an die Stärkung zeigte uns Sr. Weronika die wunderschöne Kirche und den Kreuzgang, beschrieb uns ins „Kurzform“ - 1,5 interessante und informative Stunden - die Entstehung und den Werdegang des Klosters bis in die heutige Zeit. Zurück führte der Weg über die ehemalige Korridorgrenze, Wierschutzin, Gut Zackenzin und Sassin zurück nach Charbrow zur barocken Pfarrkirche. Dies ist immer ein besonderer Höhepunkt für die Lebianer, da viele von ihnen in dieser Kirche getauft wurden, aber leider ist es nicht immer möglich ist, diese Kirche zu besichtigen.

Mit dem Fronleichnamstag begann in Leba ein freies, langes Wochenende. Die kleine Stadt wurde richtig voll und alle Geschäfte, Restaurants und Verkaufsstände hatten geöffnet. Viele nutzen den freien Tag um die Umgebung zu erkunden, sei es mit Rad oder per Pedes, andere blieben in der Stadt. Am Abend fuhr man bei herrlich ruhigem Wetter hinaus auf die Ostsee, dem Sonnenuntergang und dem Leuchtturm Stilo entgegen. 

Der letzte Ausflug dieser Reise ging nochmals aufs Wasser: Auf dem Lebasee ging es bis zur Halbinsel Bollenz, auf der in vergangener Zeit Hütten standen, die auch den Fischern aus Lebafelde, Speck und Giesebitz Unterkunft waren. Weit hinter Pletka fließen die Wanderdünen ins Wasser - ein Naturschauspiel, das wohl auch den Schiffskapitän so faszinierte, das plötzlich kein Wasser mehr unterm Schiff war, wir stecken mittig auf einer Sandbank fest, während wir vorne und hinten noch 20 cm Wassertiefe hatten. Jedoch mit Geschick und Geduld manövrierte der Bootsführer von der Sandbank und zurück ging die Fahrt bis zur Raketenstation, gelegen inmitten des Slowinski-Nationalparks. Von hier aus ging es mit Elektrokarren zum Lontzkeberg und weiter zur Ostsee. Am Nachmittag traf man sich im neuerbauten Rasthaus Rumbke zur Stärkung, bevor es mit der Bimmelbahn zurück nach Leba ging.

In diesem Jahr bildete der ökumenische Gottesdienst in der ehemaligen St. Nikolei- Kirche mit anschließendem Totgengedenken auf dem alten evangelischen Friedhof den Schlußpunkt der Reise. Zelebriert wurde der Gottesdienst von Probst Mariusz Legieżyński, Pastor i.R. Thomas Stockkamp und Prädikantin Ursula Menzel, beides Reiseteilnehmer mit familiären Wurzeln in Leba, die in ihrer Dialogpredigt die Jahreslosung 2017 „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“  in den Mittelpunkt stellten. 

Zum Totengedenken versammelten sich alle an dem Stein, den der Bund der Lebaer vor 22 Jahren zum Gedenken an ihre Toten in der verlorenen Heimat aufgestellt hat. Er erinnert an liebe Familienmitglieder, Freunde und Ahnen, die in Stadt und Gemeinde Leba begraben worden sind.

Gedacht wurde aller Toten, die auf den Gottesäckern in Stadt und Gemeinde Leba und dem Kreis Lauenburg zurückgelassen werden mußten, die hier in Heimaterde ruhen und allderer, die in ihrer neuen Heimat die letzte Ruhestätte gefunden haben.

Nachdem das Lied vom guten Kameraden, gespielt von einem jungen Trompeter aus Lauenburg verklungen war, wurden Blumengebinde niedergelegt, bevor jeder Anwesende eine weiße Rose in seinem ganz eigenen Anliegen am Gedenkstein ablegte. Das gemeinsam gesungene Pommernlied beschloß die kleine Zeremonie.

Der letzte Abend begann der traditionell mit Köstlichkeiten vom Grill, flotter kaschubischer Musik

und dem Auftritt der Kindertanz-und Musikgruppe „Kaschubische Noten“, diesmal im Speiseraum und auf der Terrasse des Hotel Wodnik, da die Wetterlage es nicht zuließ, den gesamten Abend im freien zu verbringen.

Die Schönheit der pommerschen Landschaft von der Ostsee bis in die Kaschubei im Süden und Danzig im Osten zog alle; die, die schon mehrfach mit dem Bund der Lebaer auf Reisen waren, aber besonders die, die erstmals in der Heimat der Eltern oder Großeltern weilten in ihren Bann. Die Ausflugstage und Begegnungen war angefüllt mit vielen Eindrücken und Jeder hat seine ganz eigenen Höhepunkte auf dieser Reise erlebt und nimmt die Erinnerungen daran mit nach Hause, die hoffentlich bis zum Wiedersehen mit Leba bewahrt werden können.

Ein wunderschöner, ausführlicher Reisebericht, u. a. auch über die Eisenbahnfahrt Leba - Lauenburg finden Sie auf der Internetseite unseres Mitgliedes Manfred Lawrenz unter: lawrenz.homepage.t-online.de

Claudia Fredrich

Lebareise 2015

 Vom 06 Juni bis 13. Juni 2015 bezogen 125 Lebianer, Familienangehörige und Gäste Quatier im Hotel Wodnik.  Viele  kamen zum wiederholten Male, einige zum ersten Mal, aber alle, um Leba, die Ostsee und das blaue Ländchen zu genießen. Am Abend des Ankunftstages hießen uns der erste Bürger der Stadt Leba, Andrzej Strzechminski,  Stadtsratsvorsitzender Stasiak Zdzislaw,  Hotelpräsidentin Krystyna Puszcz und Hoteldirektorin Dorota Nadstawna herzlich in ihrer - unserer- Stadt willkommen.  Der zweite Vorsitzende unseres Bundes, Arno Ojowski, erwiderte, stellvertretend für den komplett anwesenden Vorstand des Bundes der Lebaer, die Grußworte und dankte für die Gastfreundschaft und herzliche Aufnahme in der Stadt.   Arno Hübner und seiner Schwester Marlies Körner galt ein besonders herzliches Willkommen; 1993 waren sie bei der ersten Fahrt ebenso dabei waren, wie dieses Mal -  bei der 12. Busreise nach Leba.  Der ältesten Teilnehmerin, Gerda Landgraf,  95 Jahre, überreichte Stadtsratsvorsitzender Stasiak einen Willkommensblumenstrauß. Der jüngste Teilnehmer war Fabian Bohl, Geburtsjahr 1977.

In unserem Jubiläumsjahr war es uns eine besondere Ehre und Freude Krystyna Puszcz, Irena Dabrowska und Ilona Rzeppa zu Ehrenmitglieder des Bundes der Lebaer zu ernennen:  Krystyna Puszcz  ist eine Frau der ersten Stunde! 1993 gehörte sie zusammen mit Irena Dabrowska, Halina Klinska (spätere Bürgermeisterin- damalige Stadtratsvorsitzende),  Senator Kleina, damaliger Bürgermeister und Probst Jan Job zum polnischen  Organisationsteam der ersten Busreise unseres Bundes.  Seit dieser Zeit haben die Mitglieder des BDL hier immer eine Heimat auf Zeit in ihrem Haus gefunden, für ihre Verbundenheit zu unserem Bund möchten wir Sie auszeichnen. Irena Dabrowska ist in den letzten 22 Jahren Dolmetscherin, Beraterin und Freundin des Bundes der Lebaer geworden.  Die Stadt Leba hat sie bereits vor Jahren für ihren persönlichen Einsatz, der zur Verständigung und zur Freundschaft zwischen den „alten“ und „neuen“ Lebaern beigetragen hat, geehrt. Wir vom Bund der Lebaer möchten es gleichtun und ihr von Herzen für die Arbeit und das Vertrauen, das sie uns Deutschen entgegen gebracht hat, danken.  Ilona Rzeppa – unsere polnisches Stimme oder meine Zunge, wie Frau Puszcz sie nennt, ist seit 1993 Mitglied  und seit dieser Zeit übersetzt sie für uns, nicht nur bei unseren Reisen, sondern immer dann, wenn wir sie brauchen. Bei der Organisation der Busreisen ist sie unentbehrlich.  Für dieses große Engagement  möchten wir, der Vorstand des BdL im Namen aller Mitglieder oder wie sie immer sagt, ihrer deutschen Familie, Danke sagen.

 Der Besuch der  Heimatdörfer , neben Leba auch  Lebafelde, Schönehr, Fichthof, Labenz, Uhlingen, Rumbke, Neuhof, Labehn, Uhlingen, Sassin, Schleichow, Gotendorf, Lauenburg, Poblow und Wisbuhr (bei Köslin), stand bei vielen gleich am Sonntag an.

 Vollbesetzt war der Reisebus, der sich am Sonntagmorgen auf den Weg nach Lebafelde machte, wo man sich am Grab von Lehrer Bock zusammenfand, im Gedenken an die verstorbenen Angehörige und Freunde, mit denen wir - vielleicht - noch ein Stück unseres Lebensweges gemeinsam gehen durften und die auf diesem Friedhof die letzte Ruhe gefunden haben. Danach erkundete man in Familienstärke, zu zweit oder für sich alleine die Stätten der Kindheit, suchte nach Altem und fand viel Neues, der Bauboom ist inzwischen auch in Lebafelde eingekehrt, viele neue Ferienhäuschen sind im Bau  oder bereits fertiggestellt und viele Familien sind nach Lebafelde gezogen, die Baugrundstücke dort viel billiger als in Leba. Durch die Wiesen spazierten viele zurück nach Leba, ein Weg, den sie seit Kindertagen kennen.

 Christel Huth, geb. Beise  erzählte mir, dass sie im Lauf der Woche 11 oder 12 x vor ihrem Elternhaus( siehe Bild rechts)  gestanden hat, ein Blick durch zurückgezogene Gardinen zeigte ihr, dass der alte Kachelofen noch in der Küche an seinem angestammten Platz steht. Ebenso gelang ihr von außen ein Blick in ihr Geburtszimmer. Die jetzigen Besitzer hat sie bei all‘ ihren Besuchen nicht angetroffen. Schade.....

 Erinnern für die Zukunft:  Am Sonntagnachmittag lud uns die Leiterin der Bibliothek, Maria Konkol,  zur Ausstellungseröffnung Hindenburgstraße/  Ulica Kościuszki ein. Viele von uns folgten der Einladung, ebenso wie jetzige Lebianer und Lauenburger, Vertreter der Stadt Leba  und Hotelpräsdentin Krystyna Puszcz. In einer Multimedia-Show und an Fotoreihen an den Wänden in Form der Negativstreifen früherer Jahre wurden Bilder der Straße bis Ende der 1970- Jahre gezeigt, Manfred Lawrenz und Egon Ojwoski haben mit zahlreichen Bildern und Ausführungen  zum Gelingen der Ausstellung beigetragen. Frau Konkol war sehr erstaunt, wieviel ihr unbekanntes Material zu Lebas Straßen und Einwohner bei uns vorhanden ist. Gleichzeitig beeindruckte sie sehr die Größe der Gruppe, die sich wieder auf den Weg nach Leba gemacht hätte; es gäbe kein Verein, der  in solch Regelmäßigkeit mit so vielen Personen und über diesen langen Zeitraum von 7 Tagen die ehemalige Heimat besuchen und sich dermaßen stark in die Projekte der jetzigen Bewohner einbringen würde, so Maria Konkol in ihrer Begrüßungsrede. Ihre Frage nach dem Warum konnte beantwortete Egon Ojwoski mit folgenden Worten: Die Erinnerungen zu bewahren und an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben ist Herzenswunsch und Antrieb der Mitglieder des Bundes der Lebaer, verbunden mit ihrer Liebe zur Heimat, auch 70 Jahre nach Flucht und Vertreibung.

 Der erste Ganztagesausflug führte uns nach Rügenwalde und Rügenwaldermünde, die 130 km von Leba entfernt westwärts liegen, dementsprechend früh ging es los. Zunächst galt es das mächtige Schlosses von Erik I, Herzog von Pommern-Stolp und König von Schweden, Dänemark und Norwegen zu besichtigen, nicht ganz so einfach, da außer uns noch andere Gruppen gleichzeitig im Schloß unterwegs waren. Die Stadtführer zeigten uns auf unserem Weg durch die Kleinstadt, ca. 16.000 Einwohner, das der Krieg Rügenwalde verschonte und sich mit mittelalterlichen Wehrmauern,  Marienkirche, Getreidespeicher am Fluss, Hansabrunnen und  Steintor  ihren ganz eigenen Charme bewahren konnte. Anschließend brachten uns drei Boote über die Wipper nach Rügenwaldermünde, in den Ort, in den die Russen 1945 die noch in Leba verbliebenen Fischer mit ihren Familien und  Kutter verlegten. Für Christa Falk, Inge Krebs und Margot Deleske ein besonderer Ausflug, sie ließen uns an ihren Erinnerungen aus Jugendtagen, die sie hier verbrachten, teilhaben. 

 Eine lange Schlange von 15 roten Elektrotaxen machte sich am Dienstagmorgen mit 115 Personen auf den Weg zur Lontzke-Düne. Den meisten Spaß an dieser Fahrt hatten die Fahrgäste im letzten Taxi: unter Gelächter und Gejohle fuhr dieses Gefährt nur ca. 500 Meter weit, blieb stehen, musste neu gestartet werden, um wieder 500 Meter voran zu kommen. Aber auch wir kamen irgendwann in Rumbke an. 

 Manch einer wird denken, jedes Mal steht die Düne im Programm, warum nur: Für alle, die regelmäßig nach Leba fahren ist es faszinierend zu sehen wie die Düne sich von Mal zu Mal verändert. Seit dem letzten Besuch vor 2 Jahren ist sie sehr verändert: sie scheint insgesamt flacher und niedriger zu sein, der Aufstieg ist bequem möglich, nicht mehr so steil. Das Tal vor der Düne ist viel schmäler geworden und  die Wanderung der Dünen ostwärts ist sehr gut sichtbar. Viele nutzten die verbleibende Zeit um zum Strand und am Saum der Ostsee vorbei nach Pletka zurückzulaufen, andere fuhren mit dem Elektrokarren zurück um sich dort mit kühlen Getränken, Schmalzbrot und Salzgurke zu stärken.  

 Am Nachmittag füllte sich die ehemalige Nikoleikirche bis auf den letzten Platz: jetzige und ehemalige Lebianer feierten gemeinsam Gottesdienst und  25 Jahre Bund der Lebaer. Der

Dankgottesdienst wurde von Probst Mariusz Legiezynski und unserem Mitglied Pfr. i. R. Thomas Stockkamp zelebriert, in deutscher und polnischer Sprache. Eine junge Organistin ersetzte den Kirchenchor, der sich leider im vergangenen Jahr auflöste, sehr gut. Besonders ihr Sologesang berührte die Teilnehmer.

 Zum Gedenken  unserer Verstorbenen versammelten sich alle - erstmals nach vielen Jahren wieder - vor dem Gedenkstein auf dem alten evangelischen deutschen Friedhof.  Unser Ehrenmitglied und Ehrenbürger der Stadt Leba Egon Ojowski erinnerte mit dem Gedicht „Nach Osten zieht´s mich mächtig hin“ von Hermann Löns an die hier beerdigten Vorfahren, das Sie mit Mühe und Fleiß Leba geschaffen und das Fundament gelegt haben, auf dem dann die heutigen Bürger Lebas aufbauen konnten, dass Freundschaft geschlossen wurde mit ihnen, was keine Selbstverständlich war, aber Wunsch und Wille auf beiden Seiten.  Das Pommernlied und die Kranzniederlegungen durch Arno Ojwoski und Kurt Bohl für den Bund der Lebaer Krystyna Puszcz und Tochter sowie Bürgermeister Andrzej Strzechminski und Stadtsratsvorsitzender Stasiak Zdzislaw beschlossen den für uns bewegendsten Teil des Tages.

 Durch die herrliche pommerische Landschaft mit grünen Alleen, verschlafenen Dörfer , weiten Feldern, dunkelgrünen Wälder und blauem Himmel mit weißen Wattewölkchen fuhren wir nach Kluken, auf die andere Seite des Lebasees. Leider auch in diesem Jahr wieder mit dem Bus, nicht mit dem Boot über den Lebasee - die Nationalparkverwaltung erteilte auch 2015 keine Genehmigung zur Fahrt mit dem Elektroboot von Leba nach Kluken außerhalb der Monate Juli und August. In Wendisch Silkow wurde das älteste pommersche Wasserkraftwerk aus dem Jahre 1906 mit einer Gesamtleistung von 450 KW in Augenschein genommen. Die Zufahrt war für die beiden großen Reisebusse bis auf ca. 500 Meter möglich, dann ging es durch einen alten schönen Buchenwald zu Fuß weiter bis zum Flüsschen Lupow, deren Wasser in einem Kanal neben dem eigentlichen Fluss, das Kraftwerk antreibt. 1945 wurde es durch die Russen demontiert und von 1950 bis 1954 wieder aufgebaut. Die Gemeinden Stolp und Schmolzin werden mit je 15 KV Strom versorgt.  Weiter ging die Fahrt vorbei an Selesen, Schmolsin und Holzkathen mit Blick auf den Leuchtturm Scholpin und den Schmolsiner Dünen.  Im Gasthof Dragusch in Kluken wurden wir mit kaschubischer Musik von alten Bekannten begrüßt, die Gruppe „Zagoda“ spielte auch schon an so manchem „Lebatag“ für uns. Umso mehr freuten wir uns, das das Gasthaus sie für uns ausgesucht hatten. Nach dem deftigen Imbiss mit Räucherfisch und Grillwürstchen konnte, wer wollte im Freilichtmuseum auf den Spuren der Lebakaschuben wandeln, zum Lebasee und Aussichtsturm laufen oder einfach sitzen bleiben, die kaschubische Musik lauschen. Aber auch der stimmungsvollste Nachmittag geht einmal zu Ende und so starteten die Busse gegen 16.00 Uhr zurück nach Leba, am  Wegesrand sah man Bauern bei der Heuernte und zwischen Heupresse, Traktor und Wagen stolzierten eine große Anzahl Störche, um Leckerbissen im Heu zu suchen und finden. Ein herrliches Bild!

 Der letzte Ganztagesausflug führte uns am Donnerstag nach Danzig und zur Westerplatte, am Vormittag vermittelte die Stadtführung mit Besichtigung der Marienkirche, Langer Markt, Artusbrunnen und mehr einen kleinen Überblick über diese wunderschöne Stadt. Nach der Mittagspause bestiegen wir ein Schiff der weißen Flotte und fuhren in den Hafen hinaus und zur Westerplatte. Da unser Schiff bei der Rückfahrt deutlich verspätet war, musste der geplante Stopp in Sopot entfallen. Ein Grund mehr wiederzukommen.

 Die Woche beschloss - wie immer - der Lebatag: mit leckeren Grillbüffet und der Gruppe "Ziemia Lęborska" aus Lauenburg, die mit  Musik und kaschubischen Tänzen zur guten Stimmung beitrugen, der auch durch einen heftigen Regenschauer - der einen ins Restaurant zur Folge hatte- keinen Abbruch tat. Die Kindertanzgruppe erhielt besonders großen Applaus für ihre Darbietungen. Traditionell ist dies auch der Tag zum Dankeschön sagen: den Busbetreuern und Busfahrern,  für die es manchmal eine Herausforderung war auf den schmalen, holperigen Straßen und Alleen mit den 14 Meter langen und 4 Meter hohen Bussen uns sicher ans Ziel zu bringen, aber ganz besonders den  - sichtbaren und unsichtbaren - guten Geistern des Hotel Wodnik, die uns diese Woche so gut umsorgt und verwöhnt haben.

 Einen weiteren sehr schönen Bericht über diese Reise finden Sie auf der Hompage unseres  Mitgliedes Manfred Lawrenz,

 www.lawrenz.homepage.t-online.de

Einige Fotos unter  Leba 2015

 Claudia Fredrich

Die 11. Leba - Fahrt ist Vergangenheit.

Vom 07. bis 16. Juni 2013 reisten 102 Mitglieder, Familienangehörige und Gäste in`s blaue Ländchen. Schon bei den Anmeldungen zeigte diesmal sich, dass viele Familien gemeinsam nach Leba und das Land am Meer reisen wollten. Unser Programm war auf schönes Wetter und Sonnenschein ausgelegt und so war es auch, die strahlende Sonne verbunden mit blauem Himmel und weißen Schönwetterwolken, traumhafte Sonnenuntergänge und das Licht der blauen Stunde ließen die Ausflüge zum Genuss werden, egal ob die Schifffahrt am Abend auf der Ostsee, die Dünenwanderung, die Dörfer- Fahrt mit Picknick im Freilichtmuseum Klucken oder die Stadtführung in Danzig, verbunden mit einem Konzert in der Kathedrale in Oliwa. Hoteldirektorin Kristina Puszcz und Andrzej Strzechmiński, Bürgermeister der Stadt Leba begrüßten uns herzlich im Hotel Wodnik und in der Stadt Leba. Eine besondere Freude war die Anwesenheit von Irena Dabrowska, unserer langjährigen Dolmetscherin, die es sich nicht nehmen ließ, am ersten Abend die Begrüßungsreden zu übersetzen. Unser Ehrenmitglied Egon Ojowski begeisterte gleich am ersten Abend die Teilnehmer mit dem Lied „ Einmal noch nach Leba“, dessen Text Vielen aus dem Herzen sprach.

Nur am Morgen des Leba-Tages, traditionell am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Leba, zeigte sich das Wetter so unbeständig, dass wir kurzerhand umplanten und alles ins Restaurant verlagerten. Dies tat der Stimmung keinen Abbruch– das üppige Grillbüffet, die kaschubische Musikkapelle und das Tanz-und Musikensemble Jantar waren die i-Tüpfelchen an diesem Nachmittag. Er beschloss eine wunderbare Zeit in Leba, in der die Teilnehmer sich miteinander erinnerten, Altes wiederfanden und sehr viel Neues entdeckten. Einige Mitreisenden besuchten wieder oder zum ersten Mal ihr damaliges Wohnhaus - immer wieder Höhepunkte der Reise – für die Beteiligten und für den Bund der Lebaer.

Der Leba -Tag war der richtige Rahmen um Dank zu sagen, Hoteldirektorin Kristina Puszcz und dem gesamten Team des Hotel Wodnik für die herzliche Aufnahme im Hotel, allen Sichtbaren und Unsichtbaren „guten Geistern“ um Restaurantleiterin Maria Gura und Chefkoch Adam, die mit ihren Teams uns kulinarisch sehr verwöhnten und all unsere Wünsche erfüllten. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Ilona Rzeppa, die diese Reise zusammen mit mir ein Jahr lang vorbereitet hat und die mir während der Woche in Leba immer mit Rat und Tat zur Seite stand. Und eines steht für uns beide fest: In zwei Jahren heißt es wieder: „Einmal noch nach Leba“

Ein wunderschöner, ausführlicher Reisebericht finden Sie unter

lawrenz.homepage.t-online.de und ein ausführlicher Bericht mit Bildern im Bürgerbrief Nr. 90.

von Claudia Fredrich

Leba-Fahrt vom 26.05. bis 04.06.2011.   Reiner Hasse

Im Bürgerbrief Nr.82 wird ausführlich von der 10. Leba-Fahrt des BdL berichtet. Siegfried Greinke, der Vorsitzende des BdL und das Organisationsteam um Egon Ojowski bedanken sich für die lobenden Worte, für die gelungene Fahrt nach Leba. Siegfried Greinke schreibt u.a. " Leba verändert sich – wir konnten es alle sehen. Es ist ein betriebsamer Ort – immer mehr Pensionen und Restaurants entstehen. Es wurde überall gewerkelt. Die beiden Umgehungsstrassen bringen eine enorme Entlastung für die Hauptstrasse, die nun teilweise zur Fußgängerzone ausgebaut ist. Leider konnten wir sie noch nicht im Fertigzustand begutachten; es wurde noch gebaggert, geklopft, geschliffen usw., so dass der Lärm und Staub einen Spaziergang beeinträchtigten. Am letzten Tag konnten wir aber schon sehen, wie die Strasse aussehen wird: eine breite, sehr schön gepflasterte Strasse, neue - einheitlich granitbelegte - Aufgänge zu den Häusern, Baumpflanzungen und viele Bänke. Übrigens am 25. Juni soll die Strasse eingeweiht werden .Uns fiel auf, dass Leba sauberer geworden ist. Die Bewohner werden aufgerufen, Mülltrennung zu beachten und ihre Strassen sauber zu halten. Das gleiche gilt natürlich für Touristen; es wurden mehr Papierkörbe und Hundetoiletten gesehen. Alles in allem ein guter Anfang für den neuen Gemeinderat und Bürgermeister. An der Mole wurde wieder kräftig Sand gebaggert und aufgespült. Es lohnte sich, in den Morgenstunden einen Spaziergang am Strand zu unternehmen. Der Fund von Bernstein war nicht immer garantiert, aber es gab doch Glückspilze unter uns. In der Bücherei gibt es bis September eine Ausstellung von Bildern Max Pechsteins zu sehen. Natürlich sind es nur Reproduktionen, aber wunderbar zu betrachten, da es sich um Lebaer Motive handelt. Zur Information: Die Ausstellung „Max Pechstein – Ein Expressionist aus Leidenschaft“ mit vielen bisher unveröffentlichten Bildern wird vom 10.7. bis 1.11.2011 im Kunstmuseum Ahlen gezeigt (siehe unter www.kunstmuseum-ahlen.de). Am Hafen – gegenüber der ehemaligen Möllerschen Gaststätte - steht nun eine Informations- und Gedenktafel für Max Pechstein. Darauf ist sein persönlicher und künstlerischer Lebenslauf sowie ein Bild mit seiner Frau Martha, geb. Möller, wiedergegeben. Polen und Deutsche versammelten  ich an der Tafel, als sie durch Julia Pechstein eingeweiht wurde". Vom Vorstand wurde Helmut Harneit als Nicht-Lebaer gebeten, über die Leba-Fahrt zu berichten. Sie können seinen ausführlichen Bericht im Bürgerbrief Nr.82 lesen. Schauen Sie sich auch die schöne Reisebeschreibung von Manfred Lawrenz in seiner Leba-Home-Page an (lawrenz.homepage.t-online.de).